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Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit....
 
Gerade am Ende des Herbstes, wenn die Tage kürzer werden und Sonnenschein zur Rarität wird, schwappen die ersten großen Erkältungswellen wieder über uns hinweg. Viele Leute suchen dann nach pflanzlichen Alternativen zur Behandlung von Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Die Natur bietet viele hervorragende Heilstoffe, die sie uns auch noch wunderschön in Blüten und Blättern verpackt anbietet.
Sehen wir einmal die Liste der Erkältungskrankheiten durch und schauen, was uns für pflanzliche Möglichkeiten geboten werden:
I. Husten
Unterschieden wird nach drei wichtigen Wirkungsweisen – schleimlösend, auswurffördernd und entkrampfend. Ist der Husten hart und trocken, braucht man Pflanzen, die den Schleim in der Lunge verflüssigen und nach außen befördern. Ferner müssen die verkrampften Bronchien beruhigt werden, um die schmerzhaften Hustenkrämpfe zu lindern.
Zitronenthymian Ein Klassiker ist der Thymian (Thymus vulgaris). Er ist eine unserer stärksten keimtötenden, einheimischen Pflanzen. Daneben wirkt er schmerzlindernd, krampflösend, auswurffördernd und fiebersenkend. Er vor allem in Teeform ein idealer Helfer bei Husten und Co. Seine Wirkstoffe sind vor allem ätherische Öle mit einem hohen Anteil an Thymol, daher ist auch die Anwendung des ätherischen Öls sinnvoll. Die Raumluft kann über eine Duftlampe oder einen Verdunster vorbeugend desinfiziert werden, um das Infektionsrisiko herunterzusetzen oder bestehende Beschwerden zu erleichtern. Früher wurden die Krankheitsdämonen mittels Räucherung aromatischer Kräuter vertrieben, die Duftlampe kann als moderne Alternative dazu gesehen werden.
Spitzwegerich(Plantago lanceolata) ist neben dem Thymian ein gutes Kindermittel. Die unscheinbare, oft nur als lästiges Unkraut angesehene Pflanze enthält Aucubin, ein pflanzliches Antibiotikum. Leider ist es sehr empfindlich und verliert bei nicht sachgemäßer Trocknung sofort seine Wirksamkeit. Eine beliebte Konservierung ist daher der aus den frischen Blättern angesetzte Erdkammersirup. Dieser hält sich ca. 1 Jahr und wird bei Bedarf eingenommen, z.B. in einem Hustentee gemischt. Sowohl bei trockenem, hartem Husten wie auch bei reichlich zähem Schleim hat er sich gut bewährt. Spitzwegerich
Ein altes Hausmittel ist auch die Zwiebel (Allium cepa). Sie enthält neben ätherischem Öl vor allem auch Schwefelverbindungen, Alliin, Allicin uvm. Ihre antibiotische Wirkung ist in der Naturheilkunde schon lange bekannt, schon im alten Ägypten war sie neben ihrem Bruder Knoblauch hochangesehen. Bei Husten bewährt hat sich der Zwiebelsirup, aber auch bei Ohrenschmerzen, die heftige Erkältungen oft begleiten, haben Zwiebelsäckchen bzw. Zwiebelwickel schon so manche Nacht gerettet.
Als im ersten Moment etwas ungewöhnlich mag Lavendel (Lavandula officinalis) als Hustenmittel erscheinen. Er wirkt jedoch stark krampflösend und hat somit eine entspannende Wirkung bei verkrampften Bronchien, wirkt keimtötend und beruhigt angespannte Nerven, fördert somit auch den (erholsamen) Schlaf. Als Ätherisch-Öl-Droge kann Lavendel bei Erkältungen seine Talente vor allem auch in der Duftlampe entwickeln.
Im Spätwinter, wenn der Körper nach der langen Winterphase müde und ausgelaugt ist, schlagen Erkältungen nochmals gerne und heftig zu. Neben den allseits bekannten Heilpflanzen bietet uns die Natur nun schon wieder die ersten frischen Pflanzen an.
Huflattich Zum einen den Huflattich (Tussilago farfara), der je nach Klima schon Anfang März seine gelben, wie kleine Sonnen geformten Blüten aus der Erde streckt Verwendet werden die Blüten und die Blätter, die jedoch erst Anfang Mai zur Verfügung stehen, da sie erst nach der Blüte erscheinen. Er wirkt dank seiner Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe entzündungshemmend, schleimlösend, krampflösend und auswurffördernd. Beliebt ist vor allem seine Verwendung in Brustteemischungen. Er heitert auch mit seinem sonnigen Wesen das verschnupfte Gemüt auf und paßt somit hervorragend zu einer weiteren Vorfrühlingspflanze.
Die echte Schlüsselblume (Primula vera), die ihre dottergelben Blütenkelche schon zeitig im Jahr aus der Erde schiebt und nun endgültig das Ende des Winters einläutet, ist wie ihre Schwester, die hohe Schlüsselblume (Primula elatior), erkennbar an den schwefelgelben Blüten, eine wichtige Heilpflanze für die Spätwinterbronchitis. Man sollte die Blüte und die Wurzel verwenden, da sie sich hervorragend ergänzen. Jedoch ist Vorsicht geboten - sie stehen unter Naturschutz und dürfen auf keinen Fall ausgegraben werden. Einige Blüten sind je nach Gegend als sog. Handsträußchen erlaubt. Schluesselblume
Eine gute Alternative zur Entnahme aus der Natur ist ein gut sortierter Kräuterladen. Vor allem das in der Pflanze enthaltene Saponin wirkt schleimlösend und auswurffördernd. Jeder, der im Vorfrühling eine Wiese mit Schlüsselblumen sieht, dem geht das Herz auf. Ihr sanftes, freundliches Gemüt färbt auf uns ab und sie wirkt daher auch stimmungsaufhellend
Damit sind die Möglichkeiten bei Husten noch lange nicht erschöpft, folgende Liste enthält weitere Heilpflanzen ohne allerdings Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Ein ! vor dem Namen bedeutet, das die Pflanze aufgrund ihrer stark wirkenden Inhaltsstoffe nicht für Kräuteranfänger geeignet sind: Alant (Inula helenium), Andorn (Marrubium vulgare), Anis (Pimpinella anisum), Bibernelle (Pimpinella major), !Efeu (Hedera helix), Eibisch (Althea off.), Holunder (Sambucus nigra), Isländisch Moos (Lichen islandicus), Klette (Arctium lappa), Königskerze (Verbascum thapsiforme), Lungenkraut (Pulmonaria off.), Salbeigamander (Teucrium scorodonia), !roter Sonnenhut (Echinacea purpurea/angustifolia), !Wasserdost (Eupatorium cannabium) und Ysop (Hyssopus off.).

Generell gilt, daß Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen erst einmal ihren Arzt/Heilpraktiker fragen sollten, ob sie die Heilpflanzen einnehmen dürfen, da auch die eher sanfte Naturmedizin manchmal sehr unsanft wirken kann. Das gleiche gilt für Leute, die eine bekannte Allergie auf eine Pflanze haben, „berüchtigt“ ist z.B. die Familie der Korbblütler (z.B. Alant, Echinacea, Huflattich), die ein erhöhtes allergisches Potential haben. In der Schwangerschaft/Stillzeit muß ebenfalls genau abgewogen werden, ob die Pflanze verwendet werden darf. So sind z.B. Thymian, Huflattich, Salbei und roter Sonnenhut (Echinacea) in dieser Zeit verboten, bzw. nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt/Heilpraktiker einzunehmen.
copyright Karin Malke, Februar 2002
 
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