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Herbularia
Das Online-Kräuterbuch
 
Das Leberblümchen
 
Leberbluemchen In meiner Kindheit wurde das Josephieblüml immer sehnsüchtig von mir erwartet. Seine leuchtend blau-violetten Blütensterne haben für mich immer Frühling bedeutet. Seinen volkstümlichen Namen hat das Leberblümchen daher, daß es um den Namenstag des hlg. Josephs (19. März) herum blüht. Allerdings hat es seinen Blühbeginn in den letzten Jahren durch die warme Witterung bereits auf Ende Februar verlegt, da es offensichtlich den Start ins Frühjahr kaum erwarten kann. Auch andere Volksnamen wie „Märzblume“, „Osterbleaml“ und „Vorwitzchen“ deuten darauf hin.
Die mehrjährige Pflanze wächst in Laubwäldern, die im Frühjahr noch viel Licht auf den Boden lassen, bevorzugt auf Kalkböden. Sie schiebt zuerst die ca. 10 cm langen Stängel aus der Erde, an dessen Ende die bezaubernden Blüten in einem leuchtenden Blau-Violett sitzen. Während die Farbe durchaus eine Fernwirkung zeigt, sieht man ihre ganze Schönheit nur, wenn man sich bückt. Die Blätter entwickeln sich erst während der Blüte und haben eine ganz charakteristische, dreigelappte Form. Diese gab ihm auch seinen deutschen und lateinischen Namen (lat hepar=Leber), da die alten Kräuterkundigen in ihm die Leber mit ihren Lappen abgebildet sahen.
In der Heilkunde wird es auch hauptsächlich bei Leberleiden eingesetzt. Wichtig ist, nur das getrocknete Kraut zu verwenden, da die Pflanze u.a. Protoanemonine enthält, die giftig sind. Durch das Trocknen der Pflanze zerfallen diese in ungiftige Bestandteile. Weitere Krankheiten, die mit dem Leberblümchen behandelt werden: Erkrankungen der Galle, der Milz und der Lunge. Während die moderne Phytotherapie die Pflanze nicht mehr benutzt und sie in vielen Büchern lediglich etwas abschätzig als Volksheilmittel und giftig bezeichnet wird, war sie bei den Kräuterkundigen schon immer eine geschätzte Heilpflanze. Culpeper, ein großer, englischer Arzt und Astrologe des 17. Jhd., erwähnt zusätzlich die Behandlung bei Nierenerkrankungen, ein englischer Name lautet auch kidney liver-leaf. Er ordnete es Jupiter zu, dem astromedizinisch auch die Leber zugeordnet ist. Auch das schöne Blau der Blüten entspricht dem „Jupiterblau“. Leberbluemchen
In neuerer Zeit findet das Leberblümchen und seine Zuchtformen wieder verstärktes Interesse bei den Gartenbesitzern. Vor allem in Japan wird es sehr geschätzt und es werden für die z.T. sehr seltenen Züchtungen äußerst stattliche Summen im Bereich von 25.000 Euro gezahlt. Es gibt sie weiß, rosa und in Blautönen, einfach und gefüllt, mit einfarbigen und panaschierten Blättern. Doch bevor die Begeisterung beim nächsten Spaziergang auch auf Sie überspringt – das einheimische Leberblümchen ist streng geschützt und darf nicht aus der Natur entnommen werden. Es gibt jedoch einige Spezialgärtnereien, in denen Sie die kleinen Schönheiten kaufen können.
copyright Karin Malke, März 2002
 
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